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Lehrer nicht einstellen trotz Lehrermangels? SPD und BLLV kritisieren Staatsregierung

RSS 18 Januar 2010 539 views

Abgeordnete2008/Pfaffmann_Hans-Ulrich.jpgVon 600 Referendaren kommt nur die Hälfte an die Schulen – trotz Lehrermangels.

Pfaffmann: “Die Staatsregierung stellt die Lehrer einfach nicht ein. Das ist fahrlässig und schadet unserer Zukunft.”

Zum Schulhalbjahrstermin am 1. Februar müssen die Referendare an die Schulen, fordert die SPD. “Der Lehrermangel an Bayerns Gymnasien ist selbstgemacht, weil die Staatsregierung nicht ausreichend Planstellen zur Verfügung stellt”, so der Bildungsexperte im Landtag und Münchner SPD-Vorsitzende Hans-Ulrich Pfaffmann, der jetzt einen Dringlichkeitsantrag eingebracht hat.

600 Lehrerinnen und Lehrer haben sich in Bayern nach Abschluss ihres Referendariats zum 1. Februar um die Einstellung am Gymnasium beworben. Nur die Hälfte wird voraussichtlich eine Anstellung bekommen, die anderen 300 Referendarinnen und Referendare gehen leer aus, obwohl sie gebraucht würden.

Pfaffmann: “Die schwierige Lage an Bayerns Gymnasien, vor allem in der reformierten Oberstufe, lässt die Staatsregierung kalt. Immer noch gibt es an den Gymnasien viel zu große Klassen; es fehlt an Ganztagsangeboten und er Unterrichtsausfall ist noch zu hoch. Deswegen ist die Einstellung gut ausgebildeter junger Lehrer weiter angesagt. Nur ab einer Note von 1,4 einzustellen, wie in der Fächerkombination Deutsch/Geschichte jetzt geschehen, ist absurd und bedeutet ein Verschleudern wichtiger Ressourcen.”

(14.01.2010)

Auch der Bayerische Lehrerverband schlägt jetzt Alarm…

Junge Gymnasiallehrer fühlen sich im Stich gelassen

BLLV-Präsident Klaus Wenzel: „Die Qualität des Gymnasiums ist gefährdet“

München – Die Ankündigung des Kultusministeriums, im Februar nur etwa 50% aller Gymnasialreferendare in den Schuldienst zu übernehmen, stößt sowohl bei den Betroffenen als auch bei vielen älteren Kolleginnen und Kollegen auf völliges Unverständnis. „Angesichts der großen Klassen, der zunehmenden Belastungen durch Vor- und Nachbereitungstätigkeiten und des großen organisatorischen Aufwandes im Zusammenhang mit der Einführung der neuen Oberstufe, werden viele zusätzliche Lehrerinnen und Lehrer an Gymnasien gebraucht“, erklärte der Präsident des Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverbandes (BLLV), Klaus Wenzel heute in München. „Wer aufwändige Reformen einführt ohne die entsprechenden personellen Ressourcen zur Verfügung zu stellen, gefährdet die Qualität des bayerischen Gymnasiums“. Es mache aus Sicht des BLLV überhaupt keinen Sinn gut ausgebildete Lehrer mit  bestandenem Examen ins Arbeitsamt zu schicken, wo sie gerade jetzt in der Schule dringend gebraucht werden.

Wenzel hat daher einen Offenen Brief an den Kultusminister geschrieben, in dem er ihn auffordert, „allen geeigneten Bewerbern des aktuellen Prüfungsjahrgangs“ das Angebot einer Planstelle zu unterbreiten. Wer sich mit den jungen Lehrerinnen und Lehrern solidarisieren will, kann diesen Brief auf der Homepage des BLLV unterzeichnen. w

Der Offene Brief ist unter www.bllv.de zu finden.

(18.01.2010)

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